Die Träume der Lausitz

Begleiten Sie unsere Dreharbeiten online!

 

Vorbereitungszeit, Anfang April

Wir machen eine weitere Recherchefahrt und besuchen unsere Protagonisten, sprechen Termine ab.
Parallel dazu macht Börres Weiffenbach noch einmal in Leipzig einen technischen Check der Kameratechnik.
Während wir bei der Recherchefahrt in der Lausitz tolle Vorgespräche führen, gibt es in Leipzig große Sorgen: die Meßgeräte zeigen in einem Fall technische Fehler. Nun ist die Kameratechnik nagelneu (XDCam HD 422), wir schicken diese sofort nach Köln zu Sony zur Prüfung - und zittern, daß der Drehstart gefährdet sein könnte.  Zwei Tage später die Information: Es muß nichts ausgetauscht werden, es fehlt nur das aktuelle Update. Wir sind erleichtert, wie verärgert: Teure Technik einschl. Herstellergarantie, aber warum bekommen wir nicht automatisch Informationen über eine neue Software?
Am 09.04.2009 ist alles wieder im Hause, der Drehstart ist gerettet.

 

15.04.2009, Anreise

Alles wird gepackt, am Nachmittag geht es los. Wir sind im gesamten Drehzeitraum in der Pension „Mandy“ in Senftenberg untergebracht. Senftenberg ist für unsere Wege so etwa in der Mitte.

 

 


Kameramann Börres Weiffenbach vor dem Gebäude der LMBV.

 

16.04.2009, 1. Drehtag

Wir haben uns für den Drehstart ein überschaubares Programm auferlegt. Wir drehen mit Frau Dydymski, die als Hydrotechnikerin bei der LMBV die Wasserschleusen der gesamten Region unter Kontrolle halt. Die LMBV wird einige Tage später eine Pressemitteilung veröffentlichen (www.lmbv.de).

Peter Radke ist uns ein guter Begleiter. Er hat in über 20.000 Datensätzen die Lausitz fotographisch archiviert.
Später haben wir uns mit Professor Rippl verabredet, drehen in den Landschaften. Mit seinen 84 Jahren hat er einen enormen Elan, der beeindruckt.

 

 

Wer ist es noch nicht wusste: das ist ein Rüttelverdichter.

 

17.04.2009, 2. Drehtag

Heute geht es für uns etwas wilder bei der LMBV zu. Wir lernen einen sogenannten Rüttelverdichter kennen. Zugeschüttete Böden müssen verdichtet werden, damit die Landschaft „Halt" findet. Die Schilder „...Lebensgefahr..." säumen die gesamte Bergbaunachfolgeregion. Das Wetter überrascht uns mit einem Regenschauer, in einem Container gibt es kräftigen Kaffee, wie ihn die Natur schuf.

 


Interview mit dem Chef der Sielmannstiftung.

 

18.04.2009, 3. Drehtag

Wir besuchen die Heinz-Sielmann-Stiftung. Die Stiftung hat den entstehenden Schlabendorfer See erworben, der ein ökologisches Naturparadies werden soll.

 

 

Abfahrt im schon etwas älteren Gespann. So sah früher ein moderner Dolly aus ...

 

19.04.2009, 4. Drehtag

Wir besuchen den Landwirt Johannes Kapelle in Proschim.

Der Nachbarort Haidemühl ist bereits ein Geisterort. Der Tagebau Welzow frisst sich heran. Mit Bauer Kapelle und seinem Traktor geht es auf Tour.
Verabredet haben wir uns an dem Tag auch mit Karin Mietke. Sie ist Unternehmerin und hat das erste schwimmenden Ferienhaus auf dem Partwitzer See errichtet. Ihr größter Feind ist das saure Wasser.

 

 

Wir drehen vor der Kulisse des Kohleabbaus bei Neupetershain.

 

20.04.2009, 5. Drehtag

Heute waren wir mit dem Fotografen Peter Radke unterwegs, u.a. beim Sanierungsschiff. Er kennt die Region wie kein anderer und ist überzeugt: Die Braunkohleregion Lausitz wird zu einem Natur- und Landschaftsparadies. Und wenn keiner mehr weiß, was mal war, dann gibt es seine Fotos.

 

 

Von oben ist der Blick ideal.

 

21.04.2009, 6. Drehtag
Professor Rippl führt uns durch seine „Allee der Steine“. Ein beeindruckendes Kunstwerk. Wir drehen allerdings in anderer Reihenfolge, vom Ziel- zum Startpunkt.

Wir sind übrigens mit einem AVIS-Mietwagen unterwegs. Und wegen des Sitzes der Mietwagenfirma in Wiesbaden haben wir ein „WI“-Kennzeichen und merken: die Leute glauben, wir wären „Wessis".

 

 

üdüllüsch

 


22.04.2009, 7. Drehtag
Heute ist irgendwie der Wurm drin. (Warum und wieso lassen wir hier weg.) Das Wetter wird zudem etwas schlechter. Ärgerlich, denn morgen wollen wir mit dem Hubschrauber und Peter Radke „von oben" die Region erkunden.

 

 

Wolfgang Fietze besucht noch einmal sein altes Wohngebiet.

 

23.04.2009, 8. Drehtag

Es kam wie es kam: der Hubschrauberflug frühmorgens muss ausfallen. Wir machen uns stattdessen auf den Weg zu den Biotürmen bei Lauchhammer. Höchst beeindruckend, der Nieselregen trübt diesen Eindruck nicht.
Nachmittags haben wir uns mit Hobbyfunker Wolfgang Fietze verabredet. Sein Wohnblock (Plattenbau) in Hoyerswerda steht nicht mehr, die Einwohnerzahl der Stadt hat sich seit der Wende halbiert. Am Abend können wir ihn mit seiner Lebensgefährtin zum Tanz begleiten.

Ein toller Tag, auch wenn mal wieder sehr lang (bis kurz vor Mitternacht).

 

 

 

24.04.2009, eigentlich kein Drehtag
Knapp die Hälfte ist geschafft, heute ist drehfrei. Abends treffen wir uns mit der Produktionsleiterin und dem Geschäftsführer der ariane-film, feiern beim Italiener „Bergfest“, schauen zurück und nach vorn: Wir sind stolz auf das Erreichte, es lief bis jetzt alles nahezu optimal. Und: die Stimmung im Team ist gut. Ein ganz wichtiger Faktor.

 

 

Quadfahren in der Mondlandschaft und alles ist noch heil.

 

25.04.2009, 9. Drehtag
Nachdem wir das „kopfstehende Schiff" abgedreht haben, machen wir uns auf den Weg nach Klein Partwitz. Am Gasthof „Zum Anker" treffen wir Andreas Ittmann. Er veranstaltet Quad-Fahrttouren durch aufregendes Gelände in rekultivierten Tagebau-Flächen der Seen zwischen Senftenberg, Hoyerswerda und Spremberg, sowie um den Tagebau Welzow-Süd (Vattenfall), oder besser gesagt: durch Mondlandschaften. Das wird etwas wild, die Technik bleibt heil. Da es natürlich ganz schön staubig ist, haben wir abends mächtig zu putzen ...

 

 

Die Spur des Wolfes.

 

26.04.2009, 10. Drehtag
Die Region ist ja ziemlich groß und manchmal ziemlich menschleer. Kein Wunder, dass sich auch der Wolf wieder hierher traut. Mit Stephan Kaasche sind wir im Nochtener Revier unterwegs und finden: Die Spur des Wolfes.

 

 

Interview in der Glaskanzel der Biotürme

 

27.04.2009, 11. Drehtag
Wir treffen uns heute mit Prof. Rolf Kuhn, dem Direktor der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst Pückler Land" in Lauchhammer, drehen mit ihm u.a. auch in der Glaskanzel der Biotürme. Als ehemaliger Direktor des Bauhauses in Dessau will er in der Lausitz "Landmarken" setzen, die von der Zukunft der Lausitz künden. Wir begleiten ihn auch zum Feierabend: auf Skirollern der Grubenkante entlang.

 

 

Die Lausitz lob´ ich mir, sie ist ein Klein Paris ... 

 

28.04.2009, 12. Drehtag
Man könnte denken, wir sind in Paris, dabei sind wir in Klettwitz. Die Förderbrücke f60 wirkt wie ein umgestürzter Eiffelturm, ist 500m lang, weltweit in seiner Größe als Werkzeug, wie auch als Monument einzigartig und beeindruckend. Und als besonderer Zeitzeuge: noch in der DDR erbaut, kurz nach der "Wende" fertiggestellt und von der Bundesrepublik 1991 stillgelegt. Wir haben mit Wetterkapriolen zu kämpfen, die man aus der Sahara kennt: Sandstürme. Sie erschweren, wie bereichern unsere Arbeit.
Abends drehen wir noch einmal mit Hobbyfunker Wolfgang Fietze in Hoyerswerda und später, als es dunkel wird, in der Stadt: Die "Platte" in der Nacht.
Wieder ein langer, käftezehrender, aber guter Tag.

 

 

das Haus der Jugend

 

29.04.2009, 13. Drehtag
Was wenig bekannt ist: Die erste Gartenstadt Deutschlands befindet sich in der Lausitz, genauer im Ort Marga. Vom Turm der Lutherkirche haben wir darauf einen guten Blick. Das Turmuhrwerk ist übrigens eine feinmechanische Meisterleistung.
Nachmittags machen wir uns auf den Weg zu Johannes Kapelle in Proschim und führen mit ihm ein Interview. Später sind wir in der Dorfkirche zu Gast: der Sohn von Herrn Kappelle dirigiert den Proschimer Kirchenchor.
Da der 1. Mai nicht mehr weit ist, haben wir uns entschlossen, nach Drehschluss noch ein Teamfoto vor dem "Haus der Jugend" zu schießen ...

 

 

Prof. Rippl´s Garten in Cottbus

 

30.04.2009, 14. Drehtag
Prof. Rippl empfängt uns heute Vormittag in privater Atmosphäre in seinem Garten in Cottbus, denn wir wollen mit ihm ein sehr persönliches Filmgespräch führen. Anschließend begeben wir uns mit ihm auf Entdeckungstour im Branitzer Park. Ein Regenschauer überrascht kurz vor Ende, hastig müssen wir die Technik in Sicherheit bringen. Nachdem alles gerettet ist, ist auch der Regenschauer vorbei. Tja, wir haben eben noch April.
Jedenfalls ist die Technik verstaut. Wir machen uns auf, zu einer nächtlichen Recherchetour in den Geisterort Haidemühl, wo wir übermorgen drehen wollen. Ein einzelnes Haus ist noch bewohnt. Die Ruinen von Haidemühl gäbe es durch den nahenden Tagebau Welzow eigentlich schon lange nicht mehr: auf einer ehemaligen jüdischen Fabrik lasten Rückgabeansprüche.

 

 

Kamerassistent Christoph kann seinen Hobbys leider nicht nachgehen

 

01.05.2009, 15. Drehtag, "Tag der Dreh-Arbeit"  
Wir besuchen noch einmal Prof. Rippl in Cottbus und drehen private Impressionen. Gegen Mittag geht es zum Gräbendorfer See in Vetschau-Laasow, sind dort mit dem Chef der Tauchschule verabredet. Dessen Tauchschule befindet sich übrigens auf einem schwimmenden Ponton auf dem See, und, das muss man extra bemerken: Dieser See lebt schon. Entsprechend haben die Hobbytaucher auch schon was zum Tauchen.
Auf dem Rückweg nach Senftenberg nutzen wir bis zur Dunkelheit die Möglichkeit, der Region ihre Impressionen zu entlocken.

 

 

die possierliche Gattung des Tonmann Tonmannensis verlässt in Zeiten des Klimawandels sein urbanes Umfeld und wandert ab in Wald und Flur

 

02.05.2009, 16. Drehtag
Zum Frühstück lesen wir gern die Lausitzer Rundschau. DIE Tageszeitung der Region. Heute sind wir besonders gespannt, denn einen Tag lang hat uns ein Reporter begleitet, und man weiß ja nie, was die Presse so schreibt…   Hier der Bericht: www.lr-online.de/2509167
Wir machen uns auf den Weg nach Marga. Dort gibt der Briesker Bergmannschor ein Konzert. Beim Auszug darf natürlich das Steigerlied nicht fehlen. Für unseren Kameraassistenten Christoph mit Heimatgefühlen verbunden, denn er ist in Südsachsen aufgewachsen, wo das Erzgebirge nicht fern ist.
Auf dem Weg nach Proschim/Haidemühl machen wir an der Grubenkante des Tagebaus Welzow Halt. Die Abraumbagger fressen sich voran. Mental passt es, dass wir bei aufziehender Dunkelheit anschließend Impressionen in Proschim, wie in Haidemühl drehen.

 

 

Wolfsflüsterer Stefan Kaasche im Visier

 

03.05.2009, 17. Drehtag
Eigentlich unser letzter Drehtag, oder? Es lief alles so super, wir leben schon die Lausitz. Sonnenschein ist für den ganzen Tag angesagt und es wird auch recht heiß.
Im Nochtener Revier sind wir nochmal zu Gast bei Stefan Kaasche und "seinen" Wölfen. Wir sind mit ihm unterwegs in einer menschenarmen Region, die auch ökologisch-alternative Lebensweise gut zulässt.
Und außerdem suchen wir noch die Begegnung mit dem Wolf. Stefan Kaasche kann mit ihm kommunizieren … 
Abends in der Pension haben wir die Hoffnung auf ein luftiges Finale. Nach mehrmaligem Scheitern unseres Hubschrauberfluges, hat uns die Produktionsfirma einen Reservedrehtag für morgen beschert, an dem es in die Luft gehen kann.

 

 

Abfahrt

 

04.05.2009, kein Reservedrehtag
Wir gucken frühmorgens aus dem Fenster, das Wetter ist schlecht. Wir erwarten die Absage vom Flugplatz Neuhausen. Der Anruf kommt, die Absage kommt, allerdings ist der Heli ist kaputt. Hat es aus gutem Grunde Gott gewollt, dass die anderen Flugtermine ausfielen?
Nun, wir packen. Aus Leipzig kommt ein weiteres Fahrzeug, damit wir Technik und Gepäck auch nach Hause kriegen.
Dann heisst es erstmal aufräumen, ausschlafen, Revue passieren …  und in den nächsten Tagen das Material sichten, denn schließlich haben wir ne Menge gedreht, rd. 3.600 Minuten sind zusammengekommen.

 

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