Wo der Osten Urlaub machte – Ferienparadies Rügen

 
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„Herzlich willkommen im Arkona Strandhotel!“ Die Stimme des Concierges glaubt das Ehepaar Surma aus Falkenau zu kennen. Die Erinnerung der beiden Sachsen geht  in den November 1989 zurück. Damals hatten sie im „FDGB-Heim Arkona“ Urlaub gemacht und durchs Radio erfahren, dass die Mauer gefallen war. Eine Sensation mit Folgen: Schon einen Tag später konnten sie mit der Fähre bis zur schwedischen Küste fahren. Auch wenn sie nicht an Land gehen durften, es war ein erstes Gefühl von Freiheit. Nun kehren sie nach Binz ins „Arkona“ zurück. Aus dem FDGB-Heim ist ein 4-Sterne-Hotel geworden. Und Jürgen Niemann, der damals Pförtner war, hat heute völlig neue Umgangsformen, als Concierge eben, mit stilvoller Garderobe. Kaum etwas ist wiederzuerkennen, in Binz, in der Umgebung, auf der ganzen Insel. Renovierte Villen, schmucke Pensionen, moderne Hotels und Campingplätze - Rügen hat selbst eine Wellness-Kur durchgemacht.

Zu DDR-Zeiten gab es für die Ostdeutschen kein beliebteres Urlaubsziel als die Insel. Es glich schon einem Lotto-Gewinn, auf Rügen einen Ferien- oder  Campingplatz zu ergattern. Genügsam wurde die mangelhafte Versorgung hingenommen. Statistiken sagen aus, dass jeder DDR-Bürger es nur einmal in 10 Jahren auf die Insel schaffen konnte. Nun ist Rügen für jeden erreichbar. Mögen die Preise heute andere sein als früher. Was an Versorgung, Service und Erlebnisangeboten genutzt werden kann, ist auch für viele Ostdeutsche das Geld wert. Von den 1,4 Millionen Touristen, die die Insel jährlich anlockt, stammt jeder Zweite aus den Neuen Bundesländern.

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