Weihnachten in Masuren

 
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Früh um halb sechs im polnischen Galkowo, einem kleinen masurischen Dorf. Wie jeden Tag folgen die Brüder Krystian und Ksawery den Eltern in den Stall. Sie helfen, denn 30 Kühe müssen versorgt und gemolken werden. Die Jungs der Drezeks wissen, dass Tiere keine Rücksicht auf Feiertage nehmen. Auch heute nicht, wenn der schönste Abend des Jahres, der Heiligabend, bevorsteht. Die Vorfreude treibt die beiden sogar an, und vieles ist für das Fest, dass bei den Drezeks katholisch begangen wird, noch zu tun.

 

Unweit von Drezeks steht die "Knajpa", ein Gasthaus mit gutem Ruf in Polen. Einst gehörte das Holzhaus den von Lehnhoffs, einer deutschen Adelsfamilie. Lange stand es leer, sollte sogar abgerissen werden. Doch der junge Gastwirt Alexander Potocki ließ das nicht zu, scharrte Helfer um sich. Gemeinsam wurde das architektonische Kleinod durch sehr viel Eigenleistung saniert. Der Kraftakt hat alle Beteiligten zu einer großen Familie zusammen geschweißt, die das Weihnachtsfest alljährlich zusammen und volkstümlich begeht. Dann bleibt die "Knajpa" für Gäste geschlossen. Während Alexander Potocki die Pferde anspannt, um mit seinen Kindern eine Fest-Tanne aus dem Wald zu holen, Koch Adam ein Weihnachtsmenü für 30 Personen vorbereitet und sich auf die Rolle des Weihnachtsmanns einstimmt, darf der 14-jährige Krystian Drezek den Traktor starten. Mit Vater und Bruder bringt er Mistelzweige als traditionellen Tür-Schmuck nach Hause. In der Küche gönnen sich Mutter Drezek und ihre Töchter keine Pause. Nach katholischem Brauch müssen es 12 Gerichte werden – zur Erinnerung an die 12 Apostel. Die Masuren als eine Region, die häufig Grenzverschiebungen erlebt hat, ist heute die Heimat für Menschen verschiedener ethnischer oder religiöser Herkunft. Kein Wunder also, dass die Reportage in einem Dorf wie Galkowo in nächster Nachbarschaft zwischen Weihnachtsmorgen und Heiligabend unterschiedliche Weihnachtsbrüche aufspürt und erlebbar werden lässt.

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